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Unfälle durch Technik, Beladung und Alkohol

Nicht jeder Unfall beginnt mit einem Seemannschaftsfehler. Manchmal führen Technik, Umbauten, Beladung oder Alkohol zu gefährlichen Lagen. Diese Fälle zeigen, worauf man achten sollte.

Angelfahrt mit dem Motorboot: Wasser im Boot unbemerkt

Sechs Personen fuhren zum Dorschangeln vor Rügen. Nur der Eigner hatte Motorbooterfahrung, eine Einweisung gab es nicht, Rettungswesten trug niemand. Die meisten Angler standen auf einer Seite in der Plicht, das Boot krängte. Über eine nachträglich vom Eigner in die Bordwand geschnittene Lenzöffnung, die nur eine Gummilippe verschloss, lief unbemerkt Wasser ein. Zusätzlich drang Wasser über die Plattform am Heck in den Motorraum. Die Hecklastigkeit bemerkte man erst nach einer Stunde. Die Bordelektrik war da bereits ausgefallen und der Motor nicht mehr startbar. Das Boot kenterte. Alle wurden gerettet. Danach baute der Eigner eine Rettungsinsel ein und versah die Lenzöffnungen mit verschließbaren Ventilen.

Brand im Maschinenraum und Untergang

Eine Motoryacht mit einem Ehepaar an Bord meldete Rauch im Maschinenraum. Nach dem Abstellen der Motoren kam es zu einem Wassereinbruch, den die Lenzpumpen nicht bewältigten. Das Paar stieg auf eine herbeigerufene Segelyacht um, die Yacht füllte sich mit Wasser und wurde später verschrottet. Hauptursache war eine fehlende Überwachung des Kühlwasserdurchflusses beziehungsweise der Abgastemperatur hinter der Wassereinspritzung. Den Untergang begünstigten eine Abgasleitung ohne Schwanenhals oder Rückschlagklappe und ein fehlender Bilgenalarm.

Nach diesen Fällen soll eine geplante Änderung der Brandschutznorm bei allen kleinen Wasserfahrzeugen eine Kontrolle des Kühlwasserflusses vorschreiben.

Alkohol am Ruder: Aufgelaufen vor der Hafeneinfahrt

Der einzige Mann an Bord einer 12 Meter langen Motoryacht lief auf einen Leitdamm vor einer Inselhafeneinfahrt auf. Das Ruderanschlagslager drückte ein Loch etwa einen halben Meter unter der Wasserlinie ins Boot, der Wassereinbruch ließ sich mit Bordmitteln nicht stoppen. Seenotkreuzer hielten die Yacht schwimmfähig und brachten sie in den Hafen. Der Bootsführer war so stark alkoholisiert, dass er als absolut fahruntüchtig galt (über 1,1 Promille).

Jollenkreuzer gekentert und gesunken

Ein Jollenkreuzer kenterte bei einer Böe und versank in etwa 20 Meter Wassertiefe. Die beiden Segler wurden von einer anderen Yacht unverletzt gerettet. Dabei fiel auf, dass Boote dieser Art häufig in Revieren gefahren werden, für die sie gar nicht vorgesehen sind.

Schlusssatz: Zehn Fragen vor jedem Auslaufen

  1. Ist das Boot für diese Fahrt geeignet und ausgerüstet?
  2. Ist die Crew eingewiesen, gibt es Notrollen und einen Stellvertreter?
  3. Trägt jeder eine Weste, und sind Lifelines und Einpickpunkte vorhanden?
  4. Sind Wiedereinstieg und Rettungsmittel einsatzbereit und geübt?
  5. Passt das Wetter zu Boot und Crew, auch wenn es umschlägt?
  6. Kenne ich Reviergefahren wie Seegat, Reede, Sperrgebiete, Tide?
  7. Sind Funk, AIS, Radar und Notsender funktionsfähig?
  8. Sind Öffnungen gesichert, Bilge trocken, Motor kontrolliert?
  9. Wer hält Ausguck, wer steuert, wer funkt?
  10. Bin ich nüchtern und ausgeruht?