Seenot, Alarmierung und Rettung
Vor jeder Tour abmelden
Auch vor kurzen Küstenfahrten bei Familie, Freunden oder dem Hafenmeister abmelden und die Rückkehrzeit nennen. Längere Törns: Reiseplan mit Rückkehrdatum hinterlassen (oder SafeTrx nutzen). Nur so kann rechtzeitig eine Suche starten. Nach Schlechtwetter vom Hafen aus zu Hause melden.
In Seenot
Kein Seenotfall gleicht dem anderen – entscheidend sind Können und Besonnenheit. Gefahren: Ertrinken, Unterkühlung, Durst, Erschöpfung, Hunger, Sonne, Öl, Seekrankheit.
- So lange wie möglich an Bord bleiben („Verlass nie das Schiff, bevor es dich verlässt“).
- Vor dem Verlassen: Mittel gegen Seekrankheit nehmen, viel trinken – nie Seewasser, nie Alkohol.
- Warm anziehen, Schwerwetterzeug darüber, Öffnungen an Hals, Armen und Bund abdichten, Stiefel mit Socken anbehalten.
- Rettungsweste an; Seenotsignale, Notsender, Handfunkgerät bzw. wasserdicht verpacktes Handy mitnehmen, dazu Trinkwasser, Decken, Kleidung, Leine und Proviant.
- Nicht ins Wasser springen; im Wasser keine Kleidung ausziehen (sie zieht nicht nach unten).
- Im Wasser wenig bewegen, zusammengekauert treiben, zusammenbleiben, sich aneinander binden, engen Körperkontakt halten und beim gekenterten Boot bleiben.
Alarmierung über Funk und Telefon
- Hilferuf mit Name, Rufzeichen, Position, Art des Notfalls und benötigter Hilfe. Am besten per DSC, weil die Position automatisch mitgesendet wird.
- Die DGzRS-Küstenfunkstelle „Bremen Rescue Radio“ (Rufname „Bremen Rescue“) überwacht rund um die Uhr UKW-Kanal 16 und 70 (DSC) im Seegebiet A1 und 2187,5 kHz DSC (Grenzwelle) im Gebiet A2.
- Telefon: +49 421 536870 (im internationalen Format speichern) bzw. Kurzwahl 124 124 – nur in Küstennähe aus deutschen Netzen. Das ist eine Servicenummer der Netzbetreiber, keine offizielle Notrufnummer. Vom Smartphone wird dabei der Standort übertragen.
- Das Handy bleibt eine Ergänzung, nie ein Ersatz für die Seefunkanlage.
Suche und Rettung (SAR)
- In den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee ist die DGzRS zuständig, finanziert ausschließlich durch Spenden. Die Rettungsleitstelle See (MRCC Bremen) koordiniert jährlich über 2.000 Einsätze.
- Rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf gut 50 Stationen sind rund um die Uhr einsatzbereit; Unterstützung kommt von Hubschraubern des militärischen SAR-Dienstes.
- BSH-Veröffentlichung „Suche und Rettung“ kennen.
Rettung durch Seenotkreuzer oder Hubschrauber
- Den Anweisungen der Retter folgen; wenn möglich das Boot in den Wind legen und störende Teile wie Antennen und Stagen entfernen.
- Rettungsgeräte des Hubschraubers: Rettungsschlinge (offen oder geschlossen, für unverletzte Personen), Rettungsnetz und Rettungstrage (für Verletzte). Kann sich jemand nicht selbst helfen, fährt ein Besatzungsmitglied mit ab (Doppel-Winsch-Verfahren).
Das Windenseil nie am Schiff festmachen, nie unter Deck ziehen, nie um die Hand wickeln und immer frei von Hindernissen halten. Die Rettungsschlinge nicht vom Seil abhaken.
