Nautik-Trainer

Übungsbogen Recht 7

Bearbeitungszeit in der Prüfung: 60 Minuten. Für die Radaraufgaben brauchst du einen Plottvordruck, Lösungen sind gerundete Rechenwerte; kleine Abweichungen beim Zeichnen sind normal.

KVR

Die Segelyacht Athene steuert rwK 100°, FdW 6 kn, Wind Nord Stärke 4. In Seitenpeilung 300° (60° an Backbord) sehen Sie: zwei weiße Topplichter senkrecht übereinander, daneben rot, weiß, rot senkrecht übereinander, höher ein weiteres weißes Licht, tiefer ein grünes Seitenlicht. Kurz darauf links davon ein einzelnes grünes Licht, das in der Dünung zeitweise verschwindet. Die Peilung steht, die Lichter werden heller.

1.Was sehen Sie?

Einen Schleppverband in Fahrt, dessen Steuerbordseite Sie sehen: Das schleppende Fahrzeug (zwei Topplichter: Schlepplänge bis 200 m, mit achterem Topplicht 50 m oder länger) ist durch rot, weiß, rot als manövrierbehindert gekennzeichnet, kann also nicht vom Kurs abweichen. Das einzelne grüne Licht ist der Anhang.

2.Wer weicht aus?

Die Athene muss dem manövrierbehinderten Schleppverband ausweichen (Regel 18). Schlepper und Anhang halten Kurs und Geschwindigkeit.

3.Welches Tagsignal führt der Schlepper, und welche Nebelsignale geben alle Beteiligten?

Tags Ball, Rhombus, Ball senkrecht übereinander. Nebel: Athene und Schlepper lang, kurz, kurz mindestens alle 2 Minuten; der bemannte Anhang direkt nach dem Schlepper lang, kurz, kurz, kurz.

4.Eine 8 m lange Motoryacht treibt nachts manövrierunfähig in der Nordsee, ohne rote Rundumlichter, und ein großes Schiff hält auf sie zu. Was kann sie tun?

  • Fahrzeuge unter 12 m müssen die Lichter für Manövrierunfähigkeit nicht führen.
  • Auf andere Weise aufmerksam machen: UKW-Anruf (Kanal 16 bzw. Verkehrszentrale), Licht- oder Schallsignal lang, kurz, kurz, starke Lampe auf die Brücke bzw. die Segel richten, Signal zur Erregung der Aufmerksamkeit (Regel 36).
  • Bei Gefahr ggf. Notsignale nach Anlage IV.

SeeSchStrO

5.Sie hören auf der Ems zweimal lang, kurz, kurz, kurz, kurz. Bedeutung und Verhalten?

Das allgemeine Gefahr- und Warnsignal (ein langer und vier kurze Töne, ggf. wiederholt). Jemand sieht sich oder Sie gefährdet. Sofort die Lage erfassen und ein geeignetes Manöver einleiten bzw. die Gefahrenzone verlassen.

6.Sie kollidieren im Dunst bei Cuxhaven mit einer anderen Yacht, die zu sinken droht. Was ist nach SeeSchStrO zu tun?

  • Das sinkende Fahrzeug möglichst aus dem Fahrwasser bringen; dazu ist auch der Führer des schwimmfähig gebliebenen Fahrzeugs verpflichtet.
  • Bei Beeinträchtigung der Schifffahrt unverzüglich die Verkehrszentrale bzw. das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt informieren.
  • Die Untergangsstelle behelfsmäßig kennzeichnen.
  • Die Weiterfahrt kann von der Zustimmung der Behörde abhängen.

Verordnung über die Sicherung der Seefahrt

7.Zwei Yachten kollidieren im Mittelmeer, beide sind beschädigt, die Schwimmfähigkeit ist fraglich. Wie haben sich beide Schiffsführer zu verhalten?

  • Am Unfallort bleiben, solange Hilfe nötig sein kann.
  • Prüfen, ob Personen verletzt sind, und Hilfe leisten.
  • Einander Beistand leisten, soweit ohne ernste Gefahr für das eigene Schiff möglich.
  • Name, Heimathafen, Abgangs- und Bestimmungshafen austauschen.
  • Erst weiterfahren, wenn kein Beistand mehr nötig ist.
  • Kann ein Schiffsführer nicht helfen, die Gründe im Logbuch festhalten.

Radarplotten

Die Athene steuert rwK 270°, FdW 5 kn, Head-up. Zwischen den Beobachtungen wurde etwas vom Kurs abgewichen: 05.00 Uhr RaSP 350° 6,0 sm (anliegend 270°) 05.12 Uhr RaSP 352° 4,0 sm (anliegend 268°)

8.Rechnen Sie zuerst die Peilungen in rechtweisende Peilungen um. Was fällt auf?

rwP = RaSP + anliegender rwK: 05.00 Uhr 260°, 05.12 Uhr 260°. Die rechtweisende Peilung steht, der Abstand nimmt ab: Kollisionskurs. Wer nur auf die Seitenpeilung schaut, sieht eine scheinbare Änderung von 2° und unterschätzt die Lage.

9.KBr, vBr, KB, vB und CPA?

KBr ≈ 080°, vBr = 10 kn; KB ≈ 070°, vB ≈ 5 kn; CPA ≈ 0 sm, also Kollision gegen 05.36 Uhr ohne Gegenmaßnahme.