Nautik-Trainer

Übungsbogen Wetter 2

Bearbeitungszeit in der Prüfung: 45 Minuten.

Hochdruckgebiete

1.Wie weht der Wind in einem Hoch auf der Nordhalbkugel?

Im Zentrum schwach bis Flaute, nach außen zunehmend; im Uhrzeigersinn (antizyklonal) aus dem Hoch heraus.

2.Warum ist es im Hoch oft wolkenlos?

Die Luft sinkt ab, gerät unter höheren Druck, erwärmt sich dabei und trocknet aus; Wolken lösen sich auf.

3.Warum ist Hochdruckwetter z. B. im Frühjahr an der Nordsee oft trüb?

Ein Hoch hat eine warme Seite mit südlichen und eine kalte Seite mit nördlichen Winden, die kalte, wolkenreiche Luft über das Wasser führen. Außerdem bildet die absinkende, erwärmte Luft eine Inversion über der kühlen Bodenluft. Darunter entsteht eine geschlossene Schichtwolkendecke (Stratus).

Trog

4.Was ist ein Trog, und wann wird er gefährlich?

Eine Ausbuchtung tiefen Drucks, ähnlich der unteren Hälfte eines Tiefs, oft hinter der Kaltfront eines reifen Tiefs. Normale Tröge bringen Winddrehung, Schauer und Gewitter. Liegen die Isobaren eng, entstehen einige der schwersten Stürme der mittleren Breiten. Durch die unterschiedliche Windrichtung vor und hinter der Trogachse entsteht gefährliche Kreuzsee.

5.Woran erkennen Sie an Bord einen herannahenden Trog?

Nach dem Kaltfrontdurchgang dreht der Wind nicht weiter nach NW bis NNW, sondern bleibt in der Richtung oder dreht sogar zurück. Das Barometer steigt nicht, bleibt gleich oder fällt wieder. Bewölkung und Niederschlag nehmen erneut zu.

Regionale Winde

6.Beschreiben Sie die Etesien (Meltemi).

Beständige nördliche Sommerwinde in der Ägäis (türkisch Meltemi), etwa Mai bis Oktober. Sie entstehen zwischen hohem Druck über dem Balkan bzw. Südosteuropa und dem Hitzetief über Kleinasien. Im Hochsommer typisch Stärke 5 bis 7, in der Mitte der Ägäis am stärksten, tagsüber stärker als nachts. Wolkenlos mit guter Sicht, aber kurze, steile See.

Seegang

7.Was ist Grundsee, und wie entsteht sie in der Nordsee außerhalb der Flussmündungen?

Lange, hohe Wellen laufen aus tieferem Wasser auf flache Gebiete (Bänke, flache Küstenmeere). Die kreisförmige Orbitalbewegung der Wasserteilchen wird durch den Grund gebremst und elliptisch, die Wellen steilen sich auf und brechen. Theoretisch bricht eine Welle, wenn ihre Höhe etwa ein Siebtel der Wellenlänge übersteigt.