Kentern an einer Hafenbarre mit drei Toten (Neuseeland, 2021)

Ausgangslage: Vier Personen fuhren mit einem 5,5 Meter langen offenen Angelboot zum Fischen vor die Mündung eines großen Hafens. Auf dem Rückweg musste die Mündung über eine gefährliche Sandbarre passiert werden, die bei bestimmten Wind- und Wellenbedingungen brandet.
Unfall: Der Bootsführer wählte den Weg über die Barre statt der sichereren, tieferen Fahrrinne. Dort trafen große Brecher das Boot, der Motor fiel aus, das Boot drehte sich quer zur See, lief voll und kenterte. Drei der vier Personen ertranken, eine wurde gerettet.


Die Untersuchung stellte fest, dass Alkohol beim Bootsführer die Urteilsfähigkeit beeinträchtigte. Die getragenen Rettungswesten boten teils nicht genug Auftrieb für die Bedingungen, und das Boot selbst hatte zu wenig Reserveauftrieb, um nach dem Kentern an der Oberfläche zu bleiben.

Lehren
- Barren nur über die gekennzeichnete, sichere Fahrrinne queren, nie über die kürzere, aber gefährliche Sandbank.
- Nie mit Alkohol fahren. Er beeinträchtigt Urteilsvermögen und Reaktion gerade in kritischen Momenten.
- Passende Rettungswesten für das Revier wählen. Nicht jede Weste bietet in brechender See genug Auftrieb.
- Reserveauftrieb des Bootes prüfen: Ein Boot, das nach dem Kentern nicht an der Oberfläche bleibt, nimmt den Insassen die letzte Zuflucht.
- Vor der Fahrt lokale Bar-Bedingungen und Wellenvorhersagen prüfen und im Zweifel den sicheren, längeren Weg nehmen.
- Rufgerät und Funk mitführen, um im Ernstfall schnell Hilfe zu holen.
