Regattayacht verliert den Kiel (Golf von Mexiko, 2008)
Ausgangslage: Eine Segelyacht mit sechs Personen war auf dem Weg zu einer langen Regatta von Texas nach Mexiko. An Bord waren der Skipper, vier Studierende und ein Sicherheitsbeauftragter.
Unfall: Nachts brach der etwa zwei Meter lange Kiel mit Bleibombe ab, die Yacht kenterte. Fünf der sechs Personen konnten sich retten und trieben mit Rettungswesten rund 26 Stunden im Wasser, bei Wellen von etwa 1,2 bis 1,8 Metern, bis Hubschrauber der Küstenwache sie fanden. Der Sicherheitsbeauftragte kam ums Leben.
Ergebnis der Untersuchung: Nach Ansicht der Küstenwache lag der Kielverlust wahrscheinlich an unsachgemäß reparierten Schäden früherer Grundberührungen. Die Yacht war danach nicht fachgerecht überprüft oder begutachtet worden. Die Rettungsinsel lag in der Kajüte und war damit nach den Regattaregeln falsch verstaut.
Lehren
- Nach einer Grundberührung Kiel, Kielbefestigung und Rumpf von einem Fachmann prüfen und reparieren lassen. Ein unsichtbarer Schaden kann die ganze Yacht gefährden.
- Rettungsinsel griffbereit außerhalb der Kajüte lagern, so dass sie auch bei Kenterung erreichbar ist.
- Westen tragen: Sie hielten die Überlebenden über 26 Stunden über Wasser.
- Zusammenbleiben: Wer gemeinsam im Wasser bleibt, wird leichter gefunden und stützt sich gegenseitig.
- Notsender und Funkgerät erleichtern die Suche, auch wenn die Insel unerreichbar ist.
- Vor einem langen Törn oder einer Regatta Zustand und Sicherheitsausrüstung nach den Vorgaben prüfen.
