Einhandsegler bei Nacht auf der Kieler Förde
Wer allein an Bord ist, kann sich nicht selbst retten. Fällt niemand sonst ins Wasser, fährt die Yacht ohne Steuermann weiter. Das Ziel muss deshalb lauten: gar nicht erst über Bord gehen.
Ein Einhandsegler verließ im November kurz nach ein Uhr nachts einen Sportboothafen. Irgendwann fiel er ins Wasser, die Yacht segelte allein weiter und lief in der Nähe einer Lotsenstation auf Grund. Er wurde nach einer umfangreichen Suche leblos geborgen. Ein Relingsdraht war gebrochen. Seine automatische Weste hatte ausgelöst und hielt den Kopf über Wasser, hatte aber keinen Spritzschutz. Möglicherweise ertrank er durch die Gischt.
- Sicherung von Bug bis Heck: Durchgehende Strecktaue aus Draht oder Gurtband, an denen man ohne Umpicken das ganze Deck ablaufen kann. Die Reling ist als Einpickpunkt nicht geeignet, erst recht nicht, wenn sie nicht fest konstruiert ist.
- Auf die Länge der Sicherheitsleine achten: Sie darf nicht so lang sein, dass man trotzdem über Bord ins Wasser kommt.
- Rettungsweste bei schwerem Wetter immer, am besten grundsätzlich, mit Spritzschutz (Kapuze/Haube).
- Personen-Notsender (PLB) für Einhandsegler.
- Ohne fremde Hilfe wieder an Deck zu gelangen, ist praktisch ausgeschlossen. Grund sind die Bootsgeschwindigkeit, die den Wasserdruck auf den Körper erhöht, der Kälteschock und die schnell einsetzende Unterkühlung, verstärkt durch Alkohol.
