Kohlenmonoxid am Heck eines Hausboots (Lake Powell, 2000)
Ausgangslage: Zwei Familien machten Urlaub auf einem Hausboot. Um die Kabine zu kühlen und den Fernseher zu betreiben, ließen sie den benzinbetriebenen Generator laufen. Dessen Abgas wurde in den Hohlraum unter der Badeplattform am Heck geleitet, die dicht über der Wasserlinie liegt.
Unfall: Etwa 15 Minuten später schwammen zwei Brüder (8 und 11 Jahre) in den Hohlraum unter der Badeplattform. Nach ein bis zwei Minuten verlor einer das Bewusstsein, der andere bekam Krämpfe und sank unter. Beide starben. Die Untersuchung ergab hohe Kohlenmonoxid-Werte im Blut: Sie waren erst vergiftet und dann ertrunken.

Was die Untersuchung ergab:
- Auf dem See wurden in den zehn Jahren zuvor 111 Kohlenmonoxid-Vergiftungen auf Booten festgestellt, neun davon tödlich, 74 auf Hausbooten.
- Im Hohlraum unter dem Heck wurden bei laufendem Generator 6.000 bis 30.000 ppm CO gemessen, dazu Sauerstoffmangel. Das ist innerhalb von Sekunden bis Minuten lebensgefährlich.
- Auch auf der Badeplattform selbst wurden bis zu 7.200 ppm gemessen, und noch in etwa drei Metern Entfernung auf Wasserhöhe bis zu 200 ppm.
- Jede zweite Vergiftung auf Hausbooten geschah im Freien, die Hälfte davon mit Bewusstlosigkeit.
- Auch in den Kabinen kam es zu Vergiftungen. In acht Fällen waren die CO-Warner wegen wiederholten Alarms abgeschaltet worden.
Lehren
- Nie in den Hohlraum unter der Badeplattform tauchen oder dort Leinen aus dem Propeller entfernen, solange Motor oder Generator laufen oder gerade abgestellt wurden.
- Nicht am Heck baden, wenn Generator oder Motor laufen. Kinder nie dort spielen lassen.
- CO-Warner an Bord haben und nie ausschalten. Auch im Freien kann Kohlenmonoxid tödlich sein, es ist geruchlos.
- Symptome wie Kopfschmerz, Schwindel, taube Beine oder Übelkeit ernst nehmen und sofort an die frische Luft. Sie werden leicht mit Müdigkeit oder Alkohol verwechselt.
- Abgasführung prüfen: Abgas gehört nicht in Bereiche, in denen sich Menschen aufhalten. Hersteller sollten Lösungen wie höher geführte Abgasrohre einbauen.
- Wer unter der Plattform arbeiten muss, behandelt den Bereich wie einen engen Raum und geht nur bei abgeschalteter Anlage und gesichert hinein.
