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📡 Prüfungsordnung – Funkzeugnisse & FKN

SRC, LRC, UBI (Seefunk) und Fachkundenachweis Pyrotechnik (Pyroschein): Aufgaben, Bewertung und Prüfungsprotokoll

📡 SRC – Seefunk UKW 🌐 LRC – Weltweiter Seefunk 🛥️ UBI – Binnenfunk 🔥 FKN – Pyroschein
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SRC – Beschränkt Gültiges Funkbetriebszeugnis

Das Short Range Certificate (SRC) berechtigt zur Bedienung von UKW-Seefunkanlagen (VHF, 156–174 MHz) auf Sportbooten. Es ist das Mindestzeugnis für Seefunk und Pflicht für alle, die ein Sportboot mit UKW-Sprechfunkanlage auf See führen. Ausgestellt wird es von der Bundesnetzagentur; die Prüfung nimmt der Deutsche Segler-Verband ab.

ParameterWert
Mindestalterkein Mindestalter; kein Bootführerschein erforderlich
Theoretische Prüfung24 Multiple-Choice-Fragen, mind. 19 richtig, 30 Minuten
Praktische PrüfungPflichtaufgaben + sonstige Fertigkeiten am Übungsgerät (DSC-Controller)

Theoretische Prüfung – Themen

24 Fragen aus dem offiziellen Fragenkatalog; mind. 19 richtig (≈ 79 %); Bearbeitungszeit 30 Minuten.

  • GMDSS-System (Globaler Seenot-Funksystem)
  • DSC – Digitaler Selektivruf (Aufbau, Funktionsweise)
  • Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr
  • Notruf auf Kanal 16 und 70
  • Routine-Sprechfunk, Kanalwahl
  • MMSI-Nummer (Vergabe, Verwendung)
  • Frequenzen und Kanäle (UKW)
  • Antennen, Reichweiten, Ausrüstungspflicht
  • SART, EPIRB – Grundlagen
  • Meteorologische Ansagen empfangen
  • Funketikette und Funkdisziplin
  • Internationale Vorschriften (ITU)

Praktische Prüfung – Pflichtaufgaben

Der Prüfer beobachtet die Prüflinge am UKW-Übungsgerät (Simulator mit DSC-Controller). Es gibt 4 Pflichtaufgaben, jeweils in einer von zwei möglichen Varianten (A oder B). Für jede Aufgabe stehen zwei Versuche zur Verfügung. Das offizielle Protokoll der Nautik Funk Berlin wird vom Prüfer ausgefüllt.

#Variante AVariante BVersuche
1 DSC-Notruf editieren und senden
Controller programmieren, korrekten Notruf absetzen
Speicherabfrage + Empfangsbestätigung
Eingehenden DSC-Notruf erkennen und bestätigen
2
2 Notmeldung aussenden
MAYDAY-Sprechfunk korrekt absetzen
Weiterleitung Notalarm + Seefunkstelle informieren
Empfangenen Notruf weiterleiten, zuständige Stelle benachrichtigen
2
3 Notverkehr beenden
Korrekte Aufhebung und Abschluss einer Notkommunikation
Fehlalarm aufheben
Versehentlich abgesetzten Notruf korrekt stornieren
2
4 Dringlichkeitsanruf senden + Meldung abgeben
PAN PAN-Ruf korrekt einleiten und Dringlichkeitsmeldung abgeben
Dringlichkeitsmeldung aufnehmen + weiterleiten
Eingehenden PAN PAN-Ruf aufnehmen und erforderliche Maßnahmen einleiten
2
✅ Die Pflichtaufgaben sind bestanden, wenn alle vier Aufgaben ausreichend ausgeführt werden.

Sonstige Fertigkeiten (13 Aufgaben)

Zusätzlich zu den Pflichtaufgaben werden weitere Fertigkeiten geprüft. Diese 13 Aufgaben dokumentiert der Prüfer ebenfalls im Protokoll.

#Aufgabe
1Notruf für eine andere Stelle (Relay-Notruf) aussenden
2Speicherabfrage und Empfangsbestätigung eines Notalarms
3Vollständige Abwicklung des Notverkehrs
4Funkstille gebieten (SILENCE MAYDAY)
5Funkverkehr vor Ort abwickeln (On-Scene Communication)
6Dringlichkeitsmeldung aufheben (PAN PAN-Aufhebung)
7DSC-Sicherheitsanruf editieren, senden und Sicherheitsmeldung abgeben (SÉCURITÉ)
8DSC-Routineanruf an eine Seefunkstelle editieren und senden
9Kanalwechsel durchführen
10Routineverkehr mit einer Seefunkstelle abwickeln
11DSC-Routineanruf an eine Küstenfunkstelle editieren und senden
12Routineverkehr mit einer Küstenfunkstelle abwickeln
13DSC-Controller einstellen (MMSI, Datum, Uhrzeit, Kanaleinstellung)
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LRC – Allgemeines Funkbetriebszeugnis

Das Long Range Certificate (LRC) berechtigt zum weltweiten Seefunk auf UKW, Grenzwelle (MF), Kurzwelle (HF) und über Satellitensysteme (GMDSS). Es setzt entweder das SRC voraus oder wird gleichzeitig erworben.

ParameterWert
VoraussetzungSRC (oder gleichzeitig erwerben)
Theoretische Prüfung14 Multiple-Choice-Fragen, mind. 10 richtig, 20 Minuten
Praktische PrüfungDemonstration der korrekten Bedienung von MF/HF-Anlagen und INMARSAT

Theoretische Prüfung – Zusatzthemen (über SRC hinaus)

  • Grenz- und Kurzwellenfunk (MF/HF): Frequenzbereiche, Ausbreitung, Antennen
  • INMARSAT-Systeme: Funktionsweise, Nutzung, Einschränkungen
  • GMDSS-Seegebiete A1, A2, A3, A4 – Ausrüstungsvorschriften je Gebiet
  • EPIRB – Not-Positionsanzeigefunkbake (Aktivierung, Registrierung)
  • NAVTEX: Empfang automatischer Navigations- und Wetterwarnungen
  • Suchaktionen (SAR): Koordination zwischen Küstenwache und Seefunkstellen

Praktische Prüfung LRC

Die Praxis-Prüfung für das LRC umfasst die Handhabung von MF/HF-Anlagen und INMARSAT-Geräten. Typische Aufgaben sind:

  • Absetzen eines DSC-Notrufes auf Grenzwelle (2187,5 kHz)
  • Anmeldung bei einem INMARSAT-System
  • Empfang und Auswertung von NAVTEX-Meldungen
  • Frequenzwahl und Rauschsperre (Squelch) einstellen
  • Senden und Empfangen auf den GMDSS-Notruffrequenzen
💡 LRC und SRC werden in der Regel in einer kombinierten Prüfung erworben. Die theoretischen Prüfungen finden nacheinander statt; die Gesamtprüfungsdauer beträgt ca. 50 Minuten (30 + 20 Minuten).
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UBI – UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk

Das UBI (Beschränkt Gültiges Funkbetriebszeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk) ist erforderlich für die Bedienung von UKW-Funkanlagen auf deutschen Binnenwasserstraßen. Es gilt ausschließlich auf Binnengewässern und ist auf dem UKW-Kanal 10 (Schiff-Schiff) und den behördlichen Kanälen gültig. Ausgestellt von der Bundesnetzagentur.

ParameterWert
GeltungsbereichBinnenwasserstraßen (ATIS-Pflicht)
VoraussetzungUBI-Vollprüfung (ohne SRC); oder SRC/LRC → verkürzte Prüfung (Differenzprüfung)
Theoretische Prüfung (Vollprüfung)30 Fragen, mind. 24 richtig, 45 Minuten
Praktische PrüfungDemonstration der Bedienung am Gerät

Besonderheiten des Binnenfunks (UBI-spezifisch)

  • ATIS (Automatic Transmitter Identification System) – automatische Identifikationskennung bei jedem Sendevorgang
  • Binnenschifffahrtskanäle: Kanal 10 (Schiff-Schiff), Kanal 16 (Notruf See), Revier- und Schleusenkanäle
  • Anruf- und Arbeitskanal-Verfahren auf Binnenwasserstraßen
  • Funkkommunikation mit Schifffahrtspolizei und Schleusen
  • Notruf auf Binnenwasserstraßen (Kanal 10 / 16)
  • Differenzprüfung (UBI für SRC-Inhaber): ca. 15 Fragen, Praxis der ATIS-Bedienung

Praktische Prüfung UBI

Die Praxis-Prüfung umfasst typischerweise:

  • Korrekte Bedienung und Einstellung des Geräts (Lautstärke, Squelch, Kanalwahl)
  • ATIS-Kennung korrekt programmieren und Sendebetrieb nachweisen
  • Notrufverfahren auf Binnengewässern demonstrieren
  • Routineverkehr mit Schleuse / Revierzentrale abwickeln
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FKN – Fachkundenachweis für Seenotsignalmittel (Pyroschein)

Der Fachkundenachweis (FKN) – im Volksmund „Pyroschein" – berechtigt zum Erwerb, Besitz und zur Verwendung von pyrotechnischen Seenotsignalmitteln (Signalraketen, Handfackeln, Rauchsignale). Er ist gesetzlich vorgeschrieben durch § 1 Abs. 3 der 1. Sprengstoffverordnung (SprengV). Die Prüfung wird durch den Deutschen Segler-Verband (DSV) abgenommen.

ParameterWert
Mindestalter16 Jahre
Prüfungsgebühr18,00 € + Mehrwertsteuer (auch für Wiederholung)
Gültigkeit der ZulassungPrüfung muss binnen 12 Monaten nach Zulassung bestanden werden
PrüferInhaber von waffenrechtlichem Sachkundenachweis und sprengstoffrechtlichem FKN für Seenotsignalwaffen
Prüfungskommission2 Prüfer (Vorsitzender + 1 weiterer); Identitätsnachweis vor Prüfungsbeginn

Theoretische Prüfung (Teil 2 des Protokolls)

Der Fragebogen umfasst 15 Fragen aus dem offiziellen 60-Fragen-Katalog des DSV (4 Fragebögen mit je 15 Fragen). Bearbeitungszeit: 30 Minuten.

🔸 Bewertungssystem: Vollständig und richtig beantwortet = 2 Punkte. Nur unvollständig, aber vom Grundsatz her richtig = 1 Punkt. Maximal 30 Punkte – mindestens 24 Punkte zum Bestehen.

Themen des Fragenkatalogs

  • Rechtsvorschriften des Sprengstoffrechts (SprengV, WaffG)
  • Klassifizierung pyrotechnischer Seenotsignalmittel
  • Lagerung, Transport und Entsorgung von Signalmitteln
  • Waffenrechtliche Grundkenntnisse (Erwerb, Besitz, Weitergabe)
  • Einsatz und Wirkung der verschiedenen Signalmittel
  • Verhaltensregeln beim Umgang mit Versagern

Praktische Prüfung – Handhabung von Seenotsignalmitteln (Teil 1)

Der Prüfer stellt 4 Aufgaben aus dem nachfolgenden Katalog; mindestens 3 davon müssen ausreichend sein. Das offizielle FKN-Protokoll wird vom Prüfer ausgeführt.

#AufgabeVersucheBewertung
1 Handhabung einer Fallschirm-Signalrakete (rot)
Korrekte Handhabung, Schussrichtung, Zündvorgang und Sicherheitsabstand demonstrieren; typische Versager kennen
je 2 einer der 4
2 Handhabung einer Rauchfackel (orange) oder Handfackel (rot)
Sicheres Zünden, Haltung im Wind, Abbrenndauer; Unterschied Rauch- und Lichtfackel erläutern
je 2
3 Handhabung eines Rauchsignals (orange, Dose / schwimmendes Signal)
Aktivierung, Platzierung auf dem Wasser; Einsatzzweck Tagesnotzeichen demonstrieren
je 2
4 Verhalten bei Versagern
Richtiger Umgang mit einem Signalmittel, das nicht zündet: Abkühlzeit einhalten, nicht über Bord werfen, sachgerechte Entsorgung erklären
je 2
Bestanden: mind. 24 von 30 Punkten im Fragebogen UND mind. 3 von 4 Praxisaufgaben ausreichend.
⚠️ Bei Täuschungsversuch oder Störung des Prüfungsablaufs wird der Bewerber von der Prüfung ausgeschlossen; die Prüfung gilt als nicht bestanden.

Nach bestandener Prüfung wird der Fachkundenachweis vom Prüfungsausschuss ausgestellt und ausgehändigt. Der DSV führt eine Zentralkartei über alle FKN-Inhaber.

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