Auf den Bundeswasserstraßen, also auf den großen Flüssen, Kanälen und Seen in Bundesverwaltung sowie an der Küste, darfst du viele kleine Boote ohne Sportbootführerschein fahren. Hier steht, wo die Grenzen liegen. Die Angaben folgen der Sportbootführerscheinverordnung (SpFV).
Reform angekündigt: Das Bundesverkehrsministerium plant laut einer Pressemitteilung vom Oktober 2025, die Führerscheinpflicht für Segelboote auch auf den Berliner Gewässern abzuschaffen, die Sonderregel für Elektromotoren durch eine einheitliche Grenze von 11,03 kW zu ersetzen und den amtlichen Führerschein durch Verbandsscheine abzulösen (im Wesentlichen ab 2028). Bei Redaktionsschluss am 5. November 2026 war auf ELWIS weiterhin die bisherige Sportbootführerscheinverordnung veröffentlicht. Die Angaben unten geben diesen Stand wieder. Pressemitteilung des Ministeriums
Keinen Führerschein brauchst du auf allen Binnenschifffahrtsstraßen und auf den Seeschifffahrtsstraßen, wenn die größte nicht überschreitbare Nutzleistung des Motors höchstens
| Antrieb | Grenze |
|---|---|
| Verbrennungsmotor (Benzin, Diesel) | 11,03 kW, das entspricht 15 PS |
| Elektromotor | 7,5 kW im Dauerbetrieb (Betriebsart S1) |
Darüber brauchst du den Sportbootführerschein Binnen für die Binnenschifffahrtsstraßen und den Sportbootführerschein See für die Seeschifffahrtsstraßen. Auf den Binnenschifffahrtsstraßen gilt die Verordnung für Sportboote unter 20 m Länge, für größere Fahrzeuge gelten andere Befähigungsnachweise.
Auch ohne Führerschein gelten alle Verkehrsregeln. Wer führerscheinfrei fährt, muss Vorfahrt, Schifffahrtszeichen, Lichterführung und Schallsignale genauso kennen und beachten. Genau das lernst du für den Sportbootführerschein Binnen.
Auf den Binnenschifffahrtsstraßen brauchst du für das Segeln nur auf bestimmten Gewässern eine Fahrerlaubnis. Das sind die Berliner Gewässer:
Hat das Segelboot einen Motor über der Grenze von 11,03 kW oder 7,5 kW elektrisch, brauchst du für das Fahren unter Motor trotzdem den Führerschein für Motor. Auf den Seeschifffahrtsstraßen schreibt die SpFV eine Fahrerlaubnis nur für Sportboote mit Antriebsmaschine vor. Ein Segelboot ohne Motor darfst du an der Küste also ohne Sportbootführerschein segeln.
Personen mit Wohnsitz im Ausland, die sich höchstens ein Jahr in Deutschland aufhalten, brauchen keinen deutschen Führerschein, wenn in ihrem Heimatland für dieses Boot keiner verlangt wird. Verlangt ihr Heimatland einen Befähigungsnachweis, brauchen sie diesen oder ein internationales Zertifikat (ICC).
Vermieter dürfen Boote nicht an Kinder unter 12 Jahren vermieten, Segelboote nicht an Kinder unter 14 Jahren und Boote mit Motor nicht an Jugendliche unter 16 Jahren. Größere Hausboote darfst du auf bestimmten Revieren auch ohne Führerschein fahren, mit einer Charterbescheinigung des Vermieters: alle Charterschein-Reviere.
Diese Regeln gelten auf den Bundeswasserstraßen. Auf anderen Gewässern, etwa vielen Seen in Bayern, Baden-Württemberg oder auf dem Bodensee, gelten eigene Vorschriften der Länder. Auf dem Bodensee brauchst du zum Beispiel für Motorboote über 4,4 kW das Bodensee-Schifferpatent. Informiere dich vor Ort, welche Regeln gelten.