Einführung
Warum Funk?
Wird eine Gruppe eines Funkkurses gefragt, warum sie lernen möchte, mit einer Funkanlage umzugehen, antwortet die überwiegende Mehrheit „Sicherheit“. Sie wollen hauptsächlich in der Lage sein, im Notfall Hilfe per Funk anfordern zu können.
Welches Funkzeugnis brauche ich?
Wer auf deutschen Binnenschifffahrtsstraßen mit einer Funkanlage unterwegs ist, braucht das UBI, das Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk. Wer auf See funkt, braucht das SRC, das Beschränkt Gültige Funkbetriebszeugnis für den UKW-Seefunk mit DSC. Viele Wassersportler fahren auf beiden Revieren und legen deshalb beide Prüfungen am selben Tag ab. Inhaltlich überschneiden sie sich stark, dieses Buch behandelt sie deshalb gemeinsam.
Vorbereitung auf die praktische Prüfung
Das Prüfungsprotokoll. Der Prüfer bewertet die praktische Funkprüfung am Gerät mit einem kompakten Prüfungsprotokoll. Darauf hakt er die einzelnen Aufgaben handschriftlich ab und hält fest, ob die Prüfung bestanden ist.
Alle Aufgaben, Schritt für Schritt. Der praktische Teil dieses Buchs deckt sämtliche Pflichtaufgaben und weiteren Fertigkeiten ab, die das Prüfungsprotokoll vorsieht. Jeder Ablauf wird mit einer grafischen Menüführung gezeigt: Du siehst jeden Bildschirmtext, der nach dem jeweiligen Tastendruck erscheint. So wird die gesamte prüfungsrelevante DSC-Menüführung der Prüfungsanlagen IC-M503 mit DS-100, IC-M505 und IC-M423 nachvollziehbar.
Sprechfunk und Prüfungsfallen. Zu jeder Aufgabe gehört der passende Sprechfunkverkehr mit Musterfunkspruch, wie ihn der Prüfer erwartet, bei vielen Aufgaben auch zum Anhören. Dazu kommen Hinweise auf typische Stolperstellen und Prüfungsfallen.
Erfahrungen aus erster Hand. Prüfungsberichte ehemaliger Kursteilnehmer, mit deren Einverständnis veröffentlicht, schildern die Prüfung vor Ort mit ganz persönlichen Eindrücken.
Selbstverständlich enthält das Buch auch einen umfangreichen theoretischen Teil.
Die Prüfungsfunkanlagen
Dieses Buch dient der Vorbereitung, um sicher am maritimen Funkverkehr teilnehmen und die Prüfung bestehen zu können. Es beinhaltet detailreiche Menü- und Funktionsbeschreibungen der in Deutschland verwendeten Prüfungsfunkanlagen IC-M503 mit dem DS-100-Controller und der Anlage IC-M505. Manche Prüfungsausschüsse besitzen beide Anlagen, sodass sich der Kandidat eine dieser Anlagen für seine Prüfung aussuchen kann. Je nach Verfügbarkeit beim jeweiligen Prüfungsausschuss kann die Prüfung auch an der Anlage IC-M423 abgenommen werden (Tastenbelegung siehe Kapitel „Tastenbelegung der Prüfungsfunkanlagen“). Es empfiehlt sich daher, vor der eigenen Prüfung beim gewählten Prüfungsausschuss nachzufragen, mit welcher Anlage die Prüfung abgenommen wird.
In diesem Buch werden, wie auch in der Prüfung, schriftliche Aufgabenstellungen in englischer Sprache vorgegeben und die Lösungen mit genauer Menüführung der Prüfungsfunkanlagen dargestellt. Weiterhin gibt es für bestimmte Aufgaben zum Not-, Dringlichkeits-, Sicherheits- und Routinefunkverkehr die gesprochenen Lösungen als Audio, so wie sie in der Prüfung zur Anwendung kommen sollten (Näheres im Kapitel „Sprechfunkverfahren nach WRC 07“). Die Aufnahmen lassen sich direkt im Buch per Klick auf den Lautsprecher-Button abspielen.
Alle im Protokollzettel des Prüfers beschriebenen Pflichtaufgaben und sonstigen Fertigkeiten werden Schritt für Schritt mit der erforderlichen, grafisch dargestellten Menüführung und dem dazugehörigen Sprechfunkverkehr in englischer Sprache erläutert.
Kostprobe: Pflichtaufgabe A4, Dringlichkeitsanruf und Abgabe der Dringlichkeitsmeldung
So sind alle Aufgaben in Kapitel 12 aufgebaut. Hier ein vollständiges Beispiel:
Am DSC-Controller: Hauptmenü → All ships call → Kategorie Urgency → Kanal wählen (z. B. 16) → Anruf senden. Nach der Aussendung schaltet das Gerät automatisch auf CH 16; danach wird die Dringlichkeitsmeldung per Sprechfunk ausgesendet.
Mit dem DSC-Anruf können hier keine Positionsdaten übermittelt werden; er dient nur der Übermittlung von Priorität und Arbeitskanal, auf dem die Dringlichkeitsmeldung verbal abgesetzt wird. Das geschieht im Dringlichkeitsfall auch auf CH 16, falls dieser nicht durch einen Notverkehr belegt ist. Auch hier ist es sinnvoll, die Positionsdaten zu wiederholen.
Die Formulierung „I need urgent tug assistance“ kennzeichnet die Meldung recht zuverlässig als Dringlichkeitsmeldung und nicht als Notmeldung: Wer dringend zügige Hilfe braucht, ist noch nicht in sofortiger Lebensgefahr, sonst wäre es eine Notmeldung (MAYDAY). Hieße es dagegen, das Ruder sei gebrochen und man treibe auf die Küste zu, wäre die Lage anders zu bewerten. Dann läge ein Notfall vor.
Denn selbst nur zwei Seemeilen vor der Küste kann langsames Abtreiben mit gebrochenem Ruder rasch lebensgefährlich werden, besonders bei hohem Wellengang Richtung Flachwasser: Sobald sich die Wellen zu brechen beginnen, können sich ganze Segelyachten überschlagen. Für die Crew bedeutet das enorme Gefahr. Personen gehen über Bord oder hängen im Lifebelt außenbords, das Verletzungsrisiko ist riesig; bei einem Überschlag bricht der Mast, und die Wanten schlagen kreuz und quer über das Deck.
Aus der Prüfung: 67 Erfahrungsberichte
Ein Erfahrungsbericht eines Absolventen:
Ich habe heute bestanden. Die Durchfallquote war aber gar nicht so gering, ich schätze im mündlichen Teil etwa ein Viertel. In der Regel lag es wohl daran, dass die Kandidaten die Algorithmen nicht richtig gelernt hatten. Ich selbst war auch sehr nervös. Im mündlichen Teil habe ich bis fast ganz zum Schluss gewartet, und wie erhofft war der Prüfer etwas ermüdet. Im UKW-Teil war ein Notfall abzuwickeln und der Notalarm war dann wieder aufzuheben. Nach Auskunft des Prüfers hatten einige Kandidaten Probleme, das von der Rücknahme eines Fehlalarms zu trennen. Die beiden Geräte standen genau anders herum (der DSC-Controller war rechts). Die Zeitzonen wurden noch besprochen, und das Gerät stand am Anfang natürlich auf Binnenfunk.
M.Alle Erfahrungsberichte findest du in Kapitel 20 (Bericht für Bericht zum Durchblättern).
So arbeitest du mit diesem Buch
- Theorie (Kapitel 2–9 bzw. 16–17): Am Ende jedes Abschnitts siehst du, welche amtlichen Prüfungsfragen dazugehören.
- Gerätebedienung (Kapitel 10–11): Tasten und DSC-Menüs deiner Prüfungsanlage kennenlernen.
- Prüfungsaufgaben (Kapitel 12 bzw. 18): alle Pflichtaufgaben mit Musterlösung und Audio.
- Diktat und Vokabeln (Kapitel 14 und 22): mit interaktiven Trainern.
- Kurz vor der Prüfung: Prüfungsanforderungen (Kapitel 13 und 19), Erfahrungsberichte (Kapitel 20) und die kompletten Fragenkataloge (Kapitel 24 und 25).
Alle 25 Kapitel mit allen Pflichtaufgaben, Menüführungen, Audios und Trainern freischalten →